Studieren mal anders!

Hallo zusammen und Grüße aus dem sonnigen San Diego!

Ich, vor einem der Campus Eingängen

Ich bins Marko. Das letzte Mal als ihr von mir gehört habt, habe ich von der Organisation meines Auslandssemesters erzählt. Nun kann ich euch einiges vom Auslandssemester an der UCSD selbst erzählen, da nur noch zwei Wochen verbleiben.

UCSD steht für University of California San Diego und ist Mitglied im Verbund der „UC’s“, also mehreren Universitäten in Kalifornien, welche am Kürzel UC erkennbar sind. Das Auslandssemester begann mit einer zweitägigen Einführungs- bzw. Infoveranstaltung, in welcher so gut wie alle Fragen und Ängste geklärt wurden und unsere Ansprechpartner sich vorgestellt haben.

Die Herausforderung der Kurswahl

Die größte Herausforderung war die Kurswahl, da man die Kurse als Auslandsstudent nicht online wählen kann wie die Einheimischen Studenten, sondern diese „crashen“ muss. Kurz und knapp erklärt, bekommt man einen kleinen blauen Zettel, welchen man mit seinen persönlichen Daten ausfüllt, danach muss man sich online informieren welche Kurse angeboten werden und welche einen interessieren. Schließlich muss man die Vorlesung der ausgewählten Kurse für die erste Woche besuchen um sich sicher zu sein, ob diese so sind wie man sich es vorgestellt hat. Nach dieser Woche muss man nach der Einwilligung des Professors fragen ob man seinen Kurs belegen darf, was durch seine Unterschrift bestätigt wird. Schlussendlich muss man bei der jeweiligen Fakultät nach einem Bestätigungsstempel fragen. Wenn man beides endlich hat, muss das „blue sheet“ eingereicht werden, erst dann ist man in den Kurs eingeschrieben. Das hört sich erstmal sehr stressig an, da es nicht garantiert wird, dass man alle Kurse, die man will, auch bekommt. Glücklicherweise war es bei Ingenieurwissenschaften wie Maschinenbau im Vergleich zu Gesellschaftswissenschaften relativ einfach. Insgesamt musste ich 3 Kurse belegen um auf meine benötigten Credits (Punktesystem von Universitäten) zu kommen. Ich habe folgende Kurse belegt:

  1. MAE104: Aerodynamics (Aerdodynamik)
  2. MAE122: Flow & Transport in the Environment (Energiehaushalt der Umwelt)
  3. NANO164: Adv. mikro & nano Materials for Energy Storage (Werkstoffkunde für Batterien)

Als dies alles geschafft war konnte es nach knapp 3 Wochen endlich richtig losgehen. Das amerikanische System unterscheidet sich sehr vom deutschen. Während man in Deutschland am Ende des Semesters nur eine Prüfung schreibt, welche über die Gesamtnote des Kurses entscheidet, ergibt sich die Note eines Kurses in den USA aus Hausaufgaben (~30%), 2 Midterms bzw. Zwischenprüfungen (je ~15%) und einem Final bzw. Abschlussprüfung (~40%). Die Prozentanteile variieren je nach Professor. So ist man während dem ganzen Semester beschäftigt. Vorteil hiervon ist aber, dass der jeweilige Umfang um einiges geringer ist als der Umfang der einen deutschen Abschlussprüfung. Nachteil man hat wöchentliche Abgaben. Ich persönlich hatte also wöchentlich 3 Abgaben und jeden Wochentag Vorlesung jedoch für maximal 2h am Tag, danach hieß es ab in die berühmte „Geisel-library“ (Bücherei). Der Name ist passend, da man an manchen Tagen echt gefangen ist 🙂

Geisel-library

Die Final-Week

Momentan befinde ich mich in der letzten Woche vor der all-befürchteten „Final-week“, dass heißt lernen, lernen und nochmals lernen.
Zu dem Mythos, dass das Studieren in den USA einfacher ist muss ich sagen, dass dies nicht ganz der Wahrheit entspricht. Zwar sind die einzelnen Prüfungen im direkten Vergleich einfacher aus dem simplen Grund, dass dessen Umfang mit 2-3 Fragestellungen deutlich geringer ist. Jedoch ist die Menge und Tiefe des Stoffes eines Kurses dieselbe, falls nicht manchmal sogar mehr als an der DHBW, aber dies hängt wieder vom jeweiligen Kurs ab. Mir persönlich hat das Studieren an der UCSD sehr gefallen. Trotz der enormen Größe des Campus und den 30 000 Studenten hat sich alles schnell sehr familiär angefühlt. Die wöchentlichen Abgaben haben mich immer gezwungen fast täglich etwas für die Uni zu machen und nicht wie an der DHBW nur die letzten 6 Wochen und dann mit 100% Einsatz. Des Weiteren war es sehr entspannt nur drei Kurse zu belegen und nicht wie an der DHBW mindestens 5-6. Alles in allem war dieses Auslandssemester eine große Lebenserfahrung. Damit es sich nicht anhört als hätte sich mein ganzes Auslandssemester nur um die Universität gedreht, lasst mich euch noch etwas von meinen Freizeitaktivitäten erzählen.
Da sich San Diego im Süden von den USA befinden herrscht hier stets ein angenehmes Klima und man kann über den ganzen Herbst hinweg den Strand besuchen und surfen, so wie ich das mache. Ab und zu kann man auch einen kleinen Trip nach Tijuana, Mexico machen oder über ein verlängertes Wochenende wie Halloween oder Thanksgiving in den Norden Kaliforniens reisen. Es gibt immer was zu tun und man lernt ständig neue Leute kennen, man kann auch immer schnell nach Los Angeles fahren für 1 oder 2 Tage, da LA nur 90 Min. mit dem Auto entfernt ist. Außerdem hat mich Michael, unser ausgelernter Wirtschaftsingenieur im September für 2 Tage besucht. Eine der Besten verlängerten Wochenenden habe ich erlebt als ich für 4 Tage nach Hawaii geflogen bin. Amerikaner sind sehr besessen von jeglichen Sportarten, welche man günstig im Stadion anschauen kann. Ich glaube das Beste an meinem Auslandsaufenthalt war und ist, dass man seine Freizeit nie zu Hause verbringt, da das Wetter fast immer perfekt ist um etwas draußen zu erleben und da es unzählige Aktivitäten gibt, welche man in dieser kurzen Zeit von 3 Monaten erleben will.
Meinen Weihnachtsurlaub werde ich hier in San Diego verbringen und endlich genug Freizeit haben um San Diego und hoffentlich auch andere Städte vollständig zu erkunden, bis ich dann zurück fliege um mein 6. und letztes Semester zu beginnen.

Bis bald! Marko

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